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Dieses Thema hat 285 Antworten
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 Coburger Geschichte
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bobo_1 Offline




Beiträge: 684
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21.08.2005 22:20
#166 RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Ist was genaueres bekannt, wann das in der Leopoldstraße verschlossen worden ist?

Auf jeden Fall werde ich auch an der Sache dran bleiben. Diverse Diskussionen sind schon am Laufen, wie man weiter vorgehen könnte.
MfG BOBO

bobo_1 Offline




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14.05.2006 00:38
#167 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Ist jemanden bekannt, durch welche Kriegslist Lamboy damals die Veste 1634/35 eingenommen hat? Einmal steht was geschrieben, das die Veste wegen Unzüchtigkeit der Soldaten und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Offizieren auf der Veste übergeben wurde. Mir vorliegende Quellen sprechen davon, das Lamboy Stollen unter die Veste treiben lassen hat, und damit drohte, die Festung in die Luft zu sprengen. Als die Offiziere die Grabung besichtigten, übergaben sie danach sofort kampflos die Veste. Genaues Datum ist mir auch bekannt. Leider handelt es sich bei dem mir vorliegenden Material um eine Sekundärquelle und die Primärquelle muß erst noch gefunden werden. Ist aber schon alles am Laufen. Der Autor verwendet als Quellmaterial viel aus unseren heimischen Archiven. Deshalb denke ich schon an einen wahren Kern in der Geschichte. Über all anders liest man nur was von einer Kriegslist.
Die Frage ist, sollte die Geschichte so stimmen, was ist aus den Stollen geworden. Müßten sich ja im Fels noch befinden, auch wenn die Eingänge verwittert sind.
MfG BOBO

http://detektorenstudio.schatzsucherforum.de

Exil-Coborcha Offline



Beiträge: 1.631
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14.05.2006 11:18
#168 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

... na damit hast du doch deinen Geheimgang. ;-)))

Mir ist nur die geschichte bekannt, dass die veste durch verrat gefallen ist. also vielleicht mit deiner geschichte kombiniert, wurde damals das gerücht der geheimgänge in die welt gesetzt. die naiven und gutgläubigen vestebewohner haben dem auch geglaubt und deshalb die schlüssel kampflos übergeben. und seitdem suchen die verzweifelten seelen nach den geheimgängen. würdest du einen geheimgang finden, sind diese seelen endlich erlöst. ;-)

gerd Offline



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14.05.2006 13:44
#169 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Hallo bobo,mit diesem Thema habe ich mich auch schon einmal befasst.Wäre sicher interessant zu erfahren,an welcher Stelle der Festung mit dem Minieren begonnen wurde?
Dabei soll es ja damals sogar zu "Kriegslisten" gekommen sein.Die angreifende Partei begann eine Mine zu graben,in Richtung, wo eine "Bresche" am wirkungvollsten zu erwarten war.Um die Belagerten im Ungewissen zu lassen,wurde im wenige Meter begonnenen Tunnel eine Bretterwand eingebaut,um einer Gruppe von Leuten aus der belagerten Anlage(mit zugesicherten freien Geleit)zu zeigen,das die Mine vorhanden ist!Wie weit war nun die Mine vorgetrieben???-Konnte sie schon bald gezündet werden???(Die Bretterwand ließ ja die Leute im Ungewissen!)Es konnte also auf die Belagerten ein Druck ausgeübt werden!-Kamen dann noch Streitigkeiten unter den Offizieren der belagerten Anlage hinzu,konnte das ganze in die verkehrte Richtung laufen.

Wie sahen die Außenanlagen damals an der Veste aus?-Irgendwo steht geschrieben,das sich am "oberen Wall" eine Grabenmauer befand,die Einfahrt -Möglichkeiten für Fuhrwerke hatte.(Ist auf alten Plänen z,T. vermerkt.)Der "Graben" soll in Abschnitte unterteilt gewesen sein,sicher mit Pallisaten verstärkt um "Ausfälle" aus der Festung heraus zu unterstützen.
Bewuchs an der Festung wurde radikal entfernt,um Schussfeld zu haben.Ein minieren unmittelbar an der Festungsmauer war sicher nicht möglich,die toten Winkel an der Mauer konnten von den Belagerten
unter Feuer genommen werden.

Nun die Frage:von wo aus konnte eine Mine vorgetrieben werden?-Wie sah der Berg innen aus?-Wieviel Meter mußte gegraben werden,bis man an der ersten Mauer(darunter) ankam?Welche Schwachstellen einer Mauer waren für eine Bresche hier günstig?

Minierungsarbeiten waren ja damals im militärischen Gebiet an der Tagesordnung.Man denke nur an die Belagerung von Wien 1683 durch die Türken.(Die Belagerten stellten Wassereimer oder Schüsseln auf,die ständig beobachtet wurden,ob sich die Wasseroberfläche bewegte!!)-War das der Fall,war man sicher,das unter der Anlage miniert wurde und Gegenmaßnahmen getroffen wurden.

Was sagen hierüber die Geschichtsbücher der Veste aus?
Man sollte dran bleiben

Christian Offline



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14.05.2006 15:15
#170 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Hierüber gibt das neue Buch von Klaus Weschenfelder über die Veste Coburg bestens Auskunft.

Darüber steht folgendes zu lesen:

Im Februar 1635 ließ Lamboy zwei "Minierer", Bergbauingenieure in Militärdiensten, und Bergknappen kommen. Sie sollten von Süden her unter der Sternbastei Stollen in Richtung Burghof graben, um mit 40 Tonnen Pulver die Veste in die Luft zu sprengen. Herzog Johann Ernst von Sachsen-Coburg-Eisenach ermahnte seinen Kommandanten schriftlich, die Veste bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen. Ende März schien Kommandant von Zehmen zur Übergabe bereit, macht aber dann doch einen Rückzieher. Daraufhin bediente sich Lamboy einer Kriegslist. Er ließ einen Brief mit dem Siegel Herzog Johann Ernsts fälschen, worin geschrieben stand, der Obrist Zehmen solle die Veste übergeben, damit sie nicht durch die Sprengung ruiniert werde. Zehmen zweifelte zwar die Echtheit des Briefes an, wurde aber von einem Major seiner Besatzungstruppe zur Aufgabe überredet, mit dem Hinweis darauf, daß die Minen angeblich bereits bis unter die Gebäude der Veste und die Höfe reichten, und die Sprengung alles zerstören würde. Am 28.März 1635 übergab Zehmen die Veste. Er selbst wurde später des Hochverrats beschuldigt und wurde aus Mangel an Beweisen schließlich freigelassen.

gerd Offline



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20.05.2006 17:14
#171 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten
Prof.Dr.Thilo Krieg geht in seinem Buch:"Die Geschichte der Veste Coburg bis 1923" nur kurz auf das Thema "minieren" ein.Auf Seite 60 schreibt er:"....erst ging infolge einer Aufforderung Lamboys eine Besichtigung der gegen den blauen und den roten Turm gerichteten Minen vor sich,durch den bisherigen Kommandanten der Heldburg v.Seckendorf,der sich von dort zur Veste geflüchtet hatte,und drei andere.Die Minen erschienen indessen noch nicht so weit fertiggestellt,daß man geglaubt hätte,eine Übergabe der Veste zwingend begründen zu können.

weiter liest man auf Seite 62:"....Seckendorf habe gesagt,die hinterste Mine ist schon hinein,durch die rote Kemenade durch, bis schon an die Roßmühle,die vorderste Mine durch die blaue Kemenade bis mitten in den Hof,wenn nun die Mine geht,zersprengt sie die Festung in zwei Teile und verdirbt die zwei Mühlen,was wollet ihr darnach zu fressen haben(?)"--,darüber die Dragoner eben zaghaft gemacht worden.


Die Geschichte der Veste Coburg wurde im Jahr 1924 von der Coburger Landesstiftung,bzw.dem Coburger Heimatverein heraus gegeben.

Im Jahr 1981 mit Genehmigung der Coburger Landesstiftung,der Hist.Gesellschaft und der Erben des Verfassers, beim Verlag Coburger Blattla,Max Fiedler neu aufgelegt.

gerd Offline



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20.05.2006 17:34
#172 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Frage dazu: Wo stand die "Roßmühle"? -So viel ich weiß,wurde der Herzog Carl Eduard Bau,das frühere Kongressgebäude, als "Rote Kemenade" bezeichnet(?) Welches Gebäude war die "Blaue Kemenade"(?)-evtl. das "Hohe Haus"??-Ich denke diese Bezeichnungen auf alten Grundrissen von der Veste einmal gelesen zu haben.

Christian Offline



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20.05.2006 17:35
#173 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

anscheinend gibt es dazu unterschiedliche Quellen, wo sich diese Minen befunden haben sollen. Einmal spricht Dr. Weschenfelder in seinem Buch von der Sternbastei (das ist die Bastei links vom Haupteingang der Veste), hier jetzt spricht man von Minen im Bereich des Roten und des Blauen Turmes.


Sehr spannend !

gerd Offline



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20.05.2006 17:51
#174 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Das wäre jetzt rein spekulativ:
Gehn wir mal davon aus,das unter der "Roten Kemenade"(an der Nordseite der Burg gelegen) miniert wurde.
Wäre die "Blaue Kemenade" das Hohe Haus,also an der Südseite gelegen und nur wenige Meter von der Sternbastei entfernt,und die beiden Minen träfen sich im Burghof,wäre die Burg in zwei Teile getrennt worden(?)-es wird auch von 2 Mühlen berichtet.Die Roßmühle und wie hieß die andere??
Sollten die beiden Mühlen im (Westlichen) Burghof gestanden haben,hätte durch die Minensprengung
die geschilderte Situation eintreten können(?)

Jürgen Offline



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13.06.2006 10:53
#175 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Hallo, ich melde mich heute zum ersten Mal. Ich glaube, ich kann eventuell etwas zum Geheimgang (oder besser gesagt: Geheimgängen) sagen. Ein Geheimgang führt vom Brunnen, der sich am oberen Wall befindet (an der Auffahrt zur Veste/Festungshof; sieht aus wie ein Pavillon) zur ehemaligen Küche. In Friedenszeiten wurde das Wasser durch Esel (Eselsturm!) an der Außenwand der Veste zur Küche, die sich in etwa an der Stelle befand, wo die Weinkelter stand, transportiert. Bei dem "Brunnen" im Burghof handelt es sich in der Hauptsache um eine Zisterne.
Zu den Minierungen im 30-jährigen Krieg ist zu sagen, dass im Bereich der Auffahrt zur Brandensteinsebene auf der rechten Seite (hier befindet sich ein Wochenendhaus) ein Horizontalbrunnen gegraben wurde.
Doch zurück zum eigentlichen Geheimgang: Nach meinen Mutungen beginnt der Gang in der Nische (südl.) der Bärenbastei, führt durch das Veilchental, weiter links am Landsmannschafter Denkmal vorbei, unter den Arkaden hindurch, unter den Schlossplatz in Richtung Herrngasse bis kurz vorm Marktplatz am Globushaus, wobei die Mauerstärke bzw. die Innenseite der Sandsteinmauer die Begrenzung zum Marktplatz darstellt. Von hier aus ging es in die Häuserreihe. Zu bemerken ist aber noch, dass der Gang m. E. im Gebäude neben der Hofapotheke (Sanitätshaus) endete. Dieses Gebäude beinhaltete früher das Gasthaus "Weißes Ross" mit eigener Brauerei (noch heute erkennbar vom herrlichen Innenhof aus; hier ist ein Ross in der Galerie eingeschnitzt). Die Keller dieses Gebäudes dürften mit Sicherheit tiefer sein als die der Hofapotheke. Allerdings dürfte es einen Zugang aus Richtung Hofapotheke gegeben haben. Ein Bekannter von mir hat - nach seinen Angaben - während seiner Lehrzeit (Ende der 40er bzw. Anfang der 50er Jahre) im Keller der Hofapotheke eine Tür zugemauert.
So, das war es von mir
Gruß Jürgen

SGCoburg Offline




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13.06.2006 12:58
#176 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Das mit dem Zumauern der Tür (Gang) war zu dieser Zeit in der Innenstadt an der Tagesordnung!
Die Keller waren nämlich aus luftschutztechnischen Gründen im Bereich der einzelnen Häuserblocks mit Betonröhren untereinander verbunden!

Gast
Beiträge:

13.06.2006 21:44
#177 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Das stimmt schon, aber es soll sich um eine alte Anlage gehandelt haben. Man kann dies an der Ausführung wie z. B. an den Leibungen und - bei neueren Anlagen - am Sturz erkennen. Alte Türöffnungen wurden mit Bögen (Tonnengewölbe, Korbbogen, scheitrechter Bogen usw.) überbrückt.
Hinweis für Andreas: Bitte mal die Seite Zerstörungen in Coburg (letzte Seite) lesen - ich habe da einen Hinweis für das Gebäude mit dem wackligen "Flakturm" gegeben.
Gruß Jürgen

SGCoburg Offline




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14.06.2006 11:17
#178 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Alleine in dem Haus, in dem ich mein Geschäft habe befinden sich im Keller 1 Luftschutzröhre und 1 Torbogen - sogar mit Tür - sind aber beide zugemauert!
Was den Flakturm betrifft bin ich mir ziemlich sicher, daß der noch steht!
Dieses Haus hat nämlich für seinen Baustil ein recht ungewöhnliches Turmdach - viel zu flach!

Jürgen Offline



Beiträge: 1.089
Punkte: 1.089

15.06.2006 11:52
#179 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

hallo Andreas,
das hört sich sehr interessant an, auch im Hinblick auf den von mir gemuteten Gang. Führt diese Tür bzw, Torbogen in ein Nachbarhaus oder in Richtung Herrngasse, oder Theatergasse/Zeughaus? Den Gang in der Herrngasse habe ich mit ca. 5-6 m Tiefe gemutet.
Das Turmdach am Marschberg kann man getrost als Flachdach bezeichnen. Der Turm befindet sich an der nordwestlichen Gebäudeseite.
Gruß
Jürgen

SGCoburg Offline




Beiträge: 797
Punkte: 797

19.06.2006 11:26
#180 RE: RE:Geheimgang zur Veste Zitat · antworten

Der Torbogen ist unter der ehemaligen Loge und würde, wenn der anschließende alte Keller noch existieren würde unter das Rio führen!

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