RE:Geheimgang zur Veste

#161 von gerd , 18.08.2005 20:24

Net das der verschütt gett!-Un immer gut durchatmen!!


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RE:Geheimgang zur Veste

#162 von Christian , 18.08.2005 21:22

Es gibt im Coburger Stadtarchiv einen Zeitungsartikel aus den 30er Jahren, über das Thema "Geheimgang zur Veste". Der Verfasser dieses Artikels hat als Grundlage dafür eine Akte aus dem Jahre 1843. Damals hat ein Beamter des herzoglichen Ministeriums Hinweise über einen Geheimgang von Schloß Ehrenburg zur Veste gefunden. Diese Hinweise datieren aus dem Jahre 1734. Offenbar war das eine Akte des herzoglichen Ministeriums.
Um der Sache nachzugehen untersuchte und grub 1843 man auf der Bärenbastei, um diesen besagten Gang zu finden. Leider ohne irgendein Ergebnis. Die Untersuchung wurde damals nicht weitergeführt.
Zwar verschweigt dieser Zeitungsartikel wo auf der Veste dieser Geheimgang endete, aber dafür wurde der Eingang zu diesem Gang erwähnt. Er soll unterhalb der Schloßkapelle der Ehrenburg zu finden sein.


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RE:Geheimgang zur Veste

#163 von bobo_1 , 19.08.2005 16:02

Man sollte an der Sache dran bleiben. Vielleicht können wir gemeinsam ein paar Messungen machen :)


MfG BOBO


 
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RE:Geheimgang zur Veste

#164 von bobo_1 , 19.08.2005 20:09

By the way:
Heute wurde mir berichtet, das es auf jeden Fall in der Leopoldstraße einen Zugang über ein Wohnhaus gab. Müßte die 25 gewesen sein. Dort sollen im Keller ein Gang in den Hang gehen, welcher am Ende mit anderen Steinen vermauert sein soll.
MfG BOBO


 
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RE:Geheimgang zur Veste

#165 von Christian , 19.08.2005 21:16

Hat nichts mit einem Geheimgang zu tun.
Auf dem Gelände der Leopoldstraße 25 befand sich im 19. Jahrhundert die Kellergartenwirtschaft der Gaststätte Loreley. Das Gelände wird in den alten Unterlagen als "Carlsgarten" bezeichnet.

In Coburg gab es früher zahlreiche Kellergartenwirtschaften, vor allem am Festungsberg, Glockenberg, Plattenäcker und dem Judenberg.

Die Geschichte des "Mönchskellers" am Fuße des Judenbergs habe ich bereits hier im Magazin veröffentlicht und ist im Damals-Bereich einzusehen.


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RE:Geheimgang zur Veste

#166 von bobo_1 , 21.08.2005 22:20

Ist was genaueres bekannt, wann das in der Leopoldstraße verschlossen worden ist?

Auf jeden Fall werde ich auch an der Sache dran bleiben. Diverse Diskussionen sind schon am Laufen, wie man weiter vorgehen könnte.
MfG BOBO


 
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RE: RE:Geheimgang zur Veste

#167 von bobo_1 , 14.05.2006 00:38

Ist jemanden bekannt, durch welche Kriegslist Lamboy damals die Veste 1634/35 eingenommen hat? Einmal steht was geschrieben, das die Veste wegen Unzüchtigkeit der Soldaten und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Offizieren auf der Veste übergeben wurde. Mir vorliegende Quellen sprechen davon, das Lamboy Stollen unter die Veste treiben lassen hat, und damit drohte, die Festung in die Luft zu sprengen. Als die Offiziere die Grabung besichtigten, übergaben sie danach sofort kampflos die Veste. Genaues Datum ist mir auch bekannt. Leider handelt es sich bei dem mir vorliegenden Material um eine Sekundärquelle und die Primärquelle muß erst noch gefunden werden. Ist aber schon alles am Laufen. Der Autor verwendet als Quellmaterial viel aus unseren heimischen Archiven. Deshalb denke ich schon an einen wahren Kern in der Geschichte. Über all anders liest man nur was von einer Kriegslist.
Die Frage ist, sollte die Geschichte so stimmen, was ist aus den Stollen geworden. Müßten sich ja im Fels noch befinden, auch wenn die Eingänge verwittert sind.
MfG BOBO

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RE: RE:Geheimgang zur Veste

#168 von Exil-Coborcha , 14.05.2006 11:18

... na damit hast du doch deinen Geheimgang. ;-)))

Mir ist nur die geschichte bekannt, dass die veste durch verrat gefallen ist. also vielleicht mit deiner geschichte kombiniert, wurde damals das gerücht der geheimgänge in die welt gesetzt. die naiven und gutgläubigen vestebewohner haben dem auch geglaubt und deshalb die schlüssel kampflos übergeben. und seitdem suchen die verzweifelten seelen nach den geheimgängen. würdest du einen geheimgang finden, sind diese seelen endlich erlöst. ;-)


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RE: RE:Geheimgang zur Veste

#169 von gerd , 14.05.2006 13:44

Hallo bobo,mit diesem Thema habe ich mich auch schon einmal befasst.Wäre sicher interessant zu erfahren,an welcher Stelle der Festung mit dem Minieren begonnen wurde?
Dabei soll es ja damals sogar zu "Kriegslisten" gekommen sein.Die angreifende Partei begann eine Mine zu graben,in Richtung, wo eine "Bresche" am wirkungvollsten zu erwarten war.Um die Belagerten im Ungewissen zu lassen,wurde im wenige Meter begonnenen Tunnel eine Bretterwand eingebaut,um einer Gruppe von Leuten aus der belagerten Anlage(mit zugesicherten freien Geleit)zu zeigen,das die Mine vorhanden ist!Wie weit war nun die Mine vorgetrieben???-Konnte sie schon bald gezündet werden???(Die Bretterwand ließ ja die Leute im Ungewissen!)Es konnte also auf die Belagerten ein Druck ausgeübt werden!-Kamen dann noch Streitigkeiten unter den Offizieren der belagerten Anlage hinzu,konnte das ganze in die verkehrte Richtung laufen.

Wie sahen die Außenanlagen damals an der Veste aus?-Irgendwo steht geschrieben,das sich am "oberen Wall" eine Grabenmauer befand,die Einfahrt -Möglichkeiten für Fuhrwerke hatte.(Ist auf alten Plänen z,T. vermerkt.)Der "Graben" soll in Abschnitte unterteilt gewesen sein,sicher mit Pallisaten verstärkt um "Ausfälle" aus der Festung heraus zu unterstützen.
Bewuchs an der Festung wurde radikal entfernt,um Schussfeld zu haben.Ein minieren unmittelbar an der Festungsmauer war sicher nicht möglich,die toten Winkel an der Mauer konnten von den Belagerten
unter Feuer genommen werden.

Nun die Frage:von wo aus konnte eine Mine vorgetrieben werden?-Wie sah der Berg innen aus?-Wieviel Meter mußte gegraben werden,bis man an der ersten Mauer(darunter) ankam?Welche Schwachstellen einer Mauer waren für eine Bresche hier günstig?

Minierungsarbeiten waren ja damals im militärischen Gebiet an der Tagesordnung.Man denke nur an die Belagerung von Wien 1683 durch die Türken.(Die Belagerten stellten Wassereimer oder Schüsseln auf,die ständig beobachtet wurden,ob sich die Wasseroberfläche bewegte!!)-War das der Fall,war man sicher,das unter der Anlage miniert wurde und Gegenmaßnahmen getroffen wurden.

Was sagen hierüber die Geschichtsbücher der Veste aus?
Man sollte dran bleiben


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RE: RE:Geheimgang zur Veste

#170 von Christian , 14.05.2006 15:15

Hierüber gibt das neue Buch von Klaus Weschenfelder über die Veste Coburg bestens Auskunft.

Darüber steht folgendes zu lesen:

Im Februar 1635 ließ Lamboy zwei "Minierer", Bergbauingenieure in Militärdiensten, und Bergknappen kommen. Sie sollten von Süden her unter der Sternbastei Stollen in Richtung Burghof graben, um mit 40 Tonnen Pulver die Veste in die Luft zu sprengen. Herzog Johann Ernst von Sachsen-Coburg-Eisenach ermahnte seinen Kommandanten schriftlich, die Veste bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen. Ende März schien Kommandant von Zehmen zur Übergabe bereit, macht aber dann doch einen Rückzieher. Daraufhin bediente sich Lamboy einer Kriegslist. Er ließ einen Brief mit dem Siegel Herzog Johann Ernsts fälschen, worin geschrieben stand, der Obrist Zehmen solle die Veste übergeben, damit sie nicht durch die Sprengung ruiniert werde. Zehmen zweifelte zwar die Echtheit des Briefes an, wurde aber von einem Major seiner Besatzungstruppe zur Aufgabe überredet, mit dem Hinweis darauf, daß die Minen angeblich bereits bis unter die Gebäude der Veste und die Höfe reichten, und die Sprengung alles zerstören würde. Am 28.März 1635 übergab Zehmen die Veste. Er selbst wurde später des Hochverrats beschuldigt und wurde aus Mangel an Beweisen schließlich freigelassen.


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