Richtstätten in Coburg

#1 von Christian , 10.10.2012 17:16

Ich habe mal diese Frage hierher verschoben, denn ich meine es ist ein interessantes Thema:

Zitat von 2fast4u im Beitrag RE: Herzog Casimirs Bauten
Ist eigentlich auch bekannt, wann an den diversen Galgen die letzten Urteile "vollstreckt" wurden? Oder geht das schon wieder zu weit vom eigentlich Thema hier? Man kommt irgendwie immer wieder zu anderen interessanten Themen hier

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RE: Richtstätten in Coburg

#2 von Christian , 10.10.2012 17:20

Zu dem Thema gibt es ein schönes Buch aus dem Roßteutscher-Verlag. Es heißt: Katalog über das Strafrecht von 1746. Bestrafungen in Coburg von 1510-1826.

Darin heißt es, dass 1787 der auf dem Markte bei der Hauptwache gestandene Galgen, Esel und Schandpfahl abgebrochen und durch die Wächter weggeschafft wurde.

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RE: Richtstätten in Coburg

#3 von Christian , 10.10.2012 17:23

Im gleichen Buch steht auch:

1769
wurde der Galgen auf dem Goldberg (= Hohe Straße) eingerissen.

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RE: Richtstätten in Coburg

#4 von Nebelglocke , 10.10.2012 17:24

Hihi...
Nach Reißenweber blieb aber der Pranger, 1805 ausgebessert, 1812 zuletzt benutzt und bald darauf abgerissen, aber 1822 wurde noch jemand an den Pranger gestellt - dann aber wohl mit Behelfseinrichtung.


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RE: Richtstätten in Coburg

#5 von Nebelglocke , 10.10.2012 17:26

Laut Reißenweber wurde der Galgen am Rathaus 1787, der am Glockenberg 1797 abgebrochen.


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RE: Richtstätten in Coburg

#6 von Christian , 10.10.2012 17:35

Quelle des Roßteutscher-Buches ist der Chronist Karche und seine Jahrbücher.

Es scheint so, dass die Chronisten sich hier uneins sind.
Folge: Es lohnt sich der Gang ins Archiv.

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RE: Richtstätten in Coburg

#7 von Nebelglocke , 10.10.2012 17:40

Zitat von Christian im Beitrag #6
Quelle des Roßteutscher-Buches ist der Chronist Karche und seine Jahrbücher.

Es scheint so, dass die Chronisten sich hier uneins sind.
Folge: Es lohnt sich der Gang ins Archiv.


Für mich unerreichbar. Aber es wäre ja ein Wunder, wenn die sich nicht uneins wären!
Wie hat das Stadtarchiv eigentlich den Umzug zu Eckerleins Zeiten überstanden? Eckerlein und die Archivare meinten damals, hinterher werde man nichts mehr wiederfinden. Abschweif....


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RE: Richtstätten in Coburg

#8 von Christian , 10.10.2012 18:53

Das kann ich leider nicht beurteilen. Jetzt ist man in der Steingasse 5 ansässig und so wie ich es sehe, fühlt man sich dort auch pudelwohl. Doch zurück zum Thema

Wenn wir schon keine konkreten Zahlen liefern können, dann vielleicht dies: Im Zuge der Aufklärung im 18. Jahrhundert kam es auch im Gerichtswesen zu Reformen. Der Strafenkatalog änderte sich. Einige Länder (u.a. Preußen und das Hochstift Bamberg) schufen in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts die Todesstrafe ab. So wurden Galgen zunehmend nicht mehr benötigt. Zudem änderte sich die Mentalität der Menschen. Verbrecher öffentlich hinzurichten oder an den Pranger zu stellen, galt zunehmend als anstössig. An Bedeutung gewannen hingegen die Gefängnisstrafen.

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RE: Richtstätten in Coburg

#9 von Nebelglocke , 10.10.2012 19:00

Reißenweber führt allerdings für deutlich später noch Enthauptungen mit dem Schwert an. Hoffentlich beherrschten auch da die Henker ihr Handwerk.
Henker bzw. Scharfrichter lebten ja gefährlich: grundsätzlich waren sie schlecht angesehen, und wenn die Hinrichtung nicht flott vonstatten ging, z.B. mehrere Hiebe, lief der Scharfrichter Gefahr, mit seinen Gehilfen gesteinigt oder ersäuft zu werden. Das bewahrte den Delinquenten aber nicht vor der Hinrichtung, ich erinnere mich gelesen zu haben, daß nach so einer Steinigung des Scharfrichters eilends ein Scharfrichter von anderwso ausgeliehen wurde..


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RE: Richtstätten in Coburg

#10 von gerd , 10.10.2012 19:13

da gibt es doch hier irgendwo diese Story,wo der Scharfrichter vom Marktplatz aus um sein Leben laufen musste?
irgendwo ist das nachzulesen..aber wo??

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