Wäre interessant zu erfahren, wann das Bürglasstor gebaut wurde.? Es dürfte Bestandteil der dortigen Stadtmauer gewesen sein welche sich bis zum Hahntor erstreckte.
Auf dem Bild vom Bürglasstor ist links der Zugang zum besagten Turmzimmer zu sehen.Dort führte eine Treppe hinauf. Weiter inks erkennt man die Reste der ehemaligen Stadtmauer.Dort befand sich ein Garten,späterer Pakplatz. Vom Treppenaufgang gab es ein Fenster hinaus zur "Allee", wo sich die eiserne Steigleiter befand,über die man den Spitzboden erreichen konnte.Man sprach damals von sogenannten "Stadtstreichern"...🫢 welche sich Zugang verschafften und das Feuer abbrannten...
Das Bürglasstor ist noch gut in Erinnerung. Es müsste Anfang der 60er Jahre gewesen sein, als das Tor für die Coburger Pfadfinder z.V. stand. "Altpfadfinder" aus dem Kreis vom "Schorsch" ( wer kannte ihn nicht...?😀) feierten dort einen Hausfasching. Danach stand das Turmzimmer den Pfadfindern offen. Es fanden Gruppenabende statt. Und das Zimmer,heizbar, wurde gerne genutzt. Damals gab es in der Steingasse noch die "Bauschule" und einige Bauschüler waren Pfadfinder. Auch der spätere Chef einer Coburger ( Strassen) Baufirma war Pfadfinder und die Bauschüler legten ihren Stammtisch ins "Türmle", wie das Bürglasstor genannt wurde. Oft ging es da hoch her...ein Problem war allerdings, das es dort keine Toilette gab,ebenso keinen Wasseranschluss.(der damalige Wirt von der "Künstlerklause" war ebenfalls Pfadfinder und so stand dessen Toilette z.V.,...zumindest für die Damen...) Die hier gezeigten Bilder sind m.M. nach entstanden, als dort bereits der Niedergang des Tor sichtbar war. Solange die Pfadfinder/ Bauschüler das Zimmer nutzten,wurden immer fällige Arbeiten ausgeführt. Erst als das Bürglasstor von den Pfadfindern nicht mehr genutzt wurde,ging es mit dem Tor schnell zurück. Über dem Turmzimmer befand sich ein mit Ziegel gedeckter Spitzboden der aber von der Strasse aus nicht sichtbar war.Dorthin kam man nur ausserhalb über eine eiserne Steigleiter. Der eigentliche Zugang war mit einer kleinen Holztüre verschlossen. Wie sich später heraus stellte,als die Pfadfinder nicht mehr im "Türmle" waren, verschafften sich "Leute" dorthin Zugang und endzündeten ein Feuer das schnell durch die alte Zimmerdecke durchbrannte! Und damit war das Ende des Bürglasstor besiegelt! Mit nur 2.8 Meter Durchfahr Höhe war das Tor ein Verkehrshindernis.... (für Busse zur Veste ein Problem... obwohl die Zufahrt zur Veste heute über Rögen für hohe Fahrzeuge problemlos möglich ist!!) Es dauerte dann auch nicht mehr lange,bis das Bürglasstor der Spitzhacke zum Opfer viel. Der linker Hand vom Tor damalige Garten,welcher ein gemauertes Gartenhaus sah,das ebenfalls verscvwunden ist wurde in einen Parkplatz verwandelt.
Conrad Rüger berichtet,das der "Beichtvater" vom Wallenstein,in des Herrn Tobias Garten, vor dem Bürglasstor erschossen wurde! Lässt sich heute noch ermitteln, wo sich dieser Garten befand?
Die Fa. BRANDT befand sich m.W. im ehemaligen Anwesen Conitzer(?) In der Spit. Über mehrere Etagen wurde verkauft.Für uns Kinder interessant die oberste Etage,weil es dort Spielwaren gab...Modelleisenbahn usw. Es gab einen Fahrstuhl und in der Vorweihnachtszeit stand ein Nicolaus am Lift... Später hatte Brandt im Kellergeschoss noch eine Werkzeugabteilung und einen Zugang von der Nägleinsgasse aus. Dann hat Brandt in der Spitalgasse dicht gemacht und alles nach Niederfüllbach verlegt und sich auf den Bausektor ( Holz,Eisen,Stahl) stark gemacht.
Gegenüber von Brandt war die Fa. HEYN, bei denen konnte man kleine Mengen an Schrauben oder Nägeln usw. bekommen. Fa.Dietrich,Mühlgasse (?) bot Sanitär Artikel an und die Fa. Max Carl hatte unmittelbar neben Cafe Schilling im Seifartshof ihren Standort,ehe sie zum Südlichen Güterbahnhof verzogen sind. Diese Firmen boten alles in der Innenstadt an,hatten wohl ihre Lager,aber der Besuchsverkehr war in der Stadt.Anlieferung mit LKW..."Opel Blitz"...😀...? Die Fa. Schlosserei Krummholz,heute in Scheuerfeld ansässig, hatte ihr Anwesen in der Victoria Strasse,....heute eine stark befahrene Strasse..... Wenn die z.B. Material bekamen- Stahl oder Bleche usw. wurde das mit der Hand abgeladen!... Heute unvorstellbar...😁
...übrigens gab es in Coburg ein Gasthaus namens "Conrad Rüger Stuben"...entweder in der Ketschengasse oder beim Zugang zum Pasage Kino, Mohrenstrasse? Wer weis es noch ?
Die von C.Rüger erwähnten Gebäude unterhalb der Veste gelegen, erscheinen immer wieder auf alten Ansichten.J.Lindner zeigt sie z.B. im Jahr 1830 in seinen "Lindner Album", sogar mit einen Treppenweg - Zugang! Demnach standen diese Häuser noch rund 200 Jahre nach C.Rüger! Von wem und wann die Gebäude errichtet wurden ? Und wo der genaue Standort war?
Auf alten Stadtansichten von Coburg, z.B. auf dem Kupferstich von Matthäus Merian " Coburg 1648" sieht man unterhalb der Veste drei Gebäude. Es könnten die von Rüger erwähnten Scheunen und Haus sein ? Wo der Standort genau war? Das Umfeld der Veste war von Bewuchs befreit um freies Schussfeld zu haben. Hliefür gab es die Rajongesetze.Ob die hier im 30 jhrg. Krieg schon angewendet wurden? ( alle Bauten im nahen Umkreis einer Festung mussten binnen kurzer Zeut abgebrochen werden)
Rüger schreibt in seinen Bericht z.B. von der "blauen Kemnaden"..., der "neuen Bastei"...? Andere Ortsangaben sind ja bekannt,z.B. die" Losau" ( heute etwa der Bahnhof) Lt. Dr. Dietze hatte Coburg damals knapp 5000 Einwohner.Wie schwer mag dann der Bevölkerungs verlust durch die Pest und den Kriegsverlauf gewesen sein ? Die Amtsverwalter ( Schosser) waren vepflichtet über ihre Orte Lageberichte an die Herzogliche Verwaltung nach Coburg zu senden Erschreckend sind die Zahlen der Bevölkerungsverluste von Orten ,welche an den Durchgangstrassen lagen! Die damals schon bekannten Handelswege Nürnberg -Leipzig oder Frankfurt - Prag kreuzten Die Stadt Coburg.Diese Strassen benutzten auch die Truppen und es gab Orte wo niemajd mehr wohnte.
Die Gesamtbevölkerung der Pflege Coburg betrug im Jahre 1618 55 450 Seelen. Die Fläche der Pflege hatte 1360 qkm, somit eine Bevölkerungsdichte von 40 Menschen auf dem qkm. Somit war die Pflege zu Beginn des siebzehnten Jahrhundert ein weit überdurchschnittlich besiedeltes Land In diese gesunde Bevölkerungsentwicklung brach nun der 30 jhrg. Krieg mit seinen Begleiterscheinungen ein. Diese Begleiterscheinungen waren die Seuchen, die schon nach wenigen Jahren die Bevölkerung traf. Pest, Typhus und Ruhr hatten das Land, auch schon vor dem 30.jhrg. Krieg heimgesucht Im Kriege jedoch nahmen diese Epidemien weit gefahrvollere Ausmasse an. Wegen der häufigen Truppendurchmärsche konnte das Einschleppen von Seuchen nicht verhindert werden Die rote Ruhr herrschte im Land 1623..Die Pest suchte die Pflege 1626 heim. Die "Hauptkrankheit" wie die Pest genannt wurde brach erneut Ende Sept.1632 in der Stadt aus,welche von Flüchtlingen und Truppen überfüllt war. Noch furchtbarer wütete die Pest nach dem Einfall der Lamboyschen Truppen im Jahr 1635 im Coburger Land. In der Stadt Coburg starben 1635 809 Erwachsene und 348 Kinder ! Besonders Kinder waren mit der Krankheit der Blattern betroffen, so wurden 1640 in Coburg 277 und im Jahr 1646 184 Kinder begraben.
Von Rüger wird an anderer Stelle berichtet, das er in der Spitalgasse vor dem ehemaligen Gasthof "Zum Bären"! einen Defensions Hauptmann erstochen habe... Dr.Walter Dietze schildert in seinem,im Jahr 1941bei Rossteutscher erschienenen Buch, "Die Wirkungen des 30 jhrg. Krieges in der Pflege Coburg" eindringlich die Zustände im Land.
Sie zogen zur Stadt ein, in welcher sie viele der Feinde antrafen, wie auch auf der Losau und vor dem Ketschentor und schossen alles nieder, was sie feindselig antrafen. Unter anderem bekamen sie des Herzog von Friedland (Wallenstein) Beichtvater gefangen, welchen sie in des Herrn Tobias Garten vor dem Bürglasstor niederschossen. Sie brachten auch 3 Kroaten gefangen auf die Festung , welche der Herr Obrist stracks vor der neuen Brücke todtcschiessen lies. Hiermit war die Belagerung der Festung aufgehoben. Nach dem Abzug des Friedländers begab sich der Herr Obrist mit 8 Kompanien in die Stadt in 6 Quartier, welche die Bürger verpflegen mussten, nebst einer Kompanie auf der Festung. Auf der Festung verblieb als Commandant Herr Michael Griesheim, Capitän.
Nächsrfolgenden Donnerstag liess der Herr Obrist 26 Dragonerpferde todt schiessen wegen Mangel des Futters und damit der Feind nicht inne würde, dass sie Mangel an Futter litten, wurden diese Pferde alle in den Schwibbogen auf der Bärenbastei geschleift und mit Mist hedeckt. Unterdessen wütete der Feind mächtig im ganzen Land mit Morden,Rauben und Brennen, steckte Eisfeld, Heldburg,,Rodach,Ummerstadt alles in Brand. Mittags um 12 Uhr fügte sich eine grosse Anzahl Volks auf dem Rögnersberg( Brandensteinsebene) , allda .zu approchieren. Kaum hatten sie den Anfang gemacht, gab ich mit drei Feldschlangen Feuer unter sie, das ihrer viele in die Luft flogen, etliche aber wollten weichen, welche ein Offizier mit dem blosen Degen, auf einen weisen Pferd sitzend, selbige anzutreiben sich sehr bemühte.Es wurde aber wieder von mir mit 2 Feldschlangen Feuer unter sie gegeben, so das ihrer viele blieben und endlich vom Approchieren abzulassen gezwungen wurden. Des Abends um 9 Uhr entstand eine Feuersbrunst vor dem Steintor, wovon eine Seite ganz abbrannte. Daher machten sich die auf der Festung Gedanken, als hätte es der Feind nach seinen vorigen Drohungen angezündet, worauf auf der neuen Bastei mit einer Felschlange 3 mal Feuer gegeben wurde, in Meinung den Feind abzuhalten. Als ihnen aber durch das grosse Geschrei offenbar wurde das dem nicht so wäre, liessen sie es bleiben und riss das Feuer durch Gotts Gnade nicht weiter. Mittwoch chargierten die aus der Festung wieder auf obgedachte Scheunen- Haus und Laufgräben mit Stücken,Doppelhaken, Musketen und Feuerröhren. Hingegen wehrte sich der Feind aber tapfer und wurde in selbigen Scharmützel Segcar, so ein Engländer war, auf der Mauer bei der blauen Kemnaden durch den Kopf geschossen, allwo das Blut eine geraume Zeit noch zu sehen gewesen. Von den Coburgern in und ausser der Festung sind todt geblieben 4 Mannsperson, welche auf der Bärenbastei begraben liegen. Von Feinden aber, welche vor der Festung und Stadt blieben, wurden über 1000 gezählt (?) Donnerstagfrüh um 4 Uhr machten die Bayern den Anfang abzumarschieren,an welchen Tag alles ganz still war. Den folgenden Freitag zündeten die Kaiserlichen die 2 Scheunen sammt dem Haus an und marschierten auch davon. Morgens früh um 6 Uhr kommandierte Herr Obrist eine Partei von 20 Pferden und einem Lieutnant den Fürwitz zu recogniszieren ( erkunden) welche bald gewahr wurden, das der Feind noch stark da lag, deswegen sie mit dem Feind scharmutzierten und wurde der Lieutnant durch ein Bein gesch8ssen, schadete ihm aber am Leben nicht. Um 7 Uhr wurde wieder an selbigen Ort eine Partei von 20 Pferden kommandiert, die, nachdem siex recognosziert hatten, alsbald wiederkehrten und berichteten das der Feind fortmarschiert und alles leer wäre., ausser viel aufgebaute Zelter,Rauchfeuer und Dampf. Hierauf kommandierte der Herr Obrist bald 4 Trupp Reiter,den Feind nachzuhauen und der Stadt Beschaffenheit zu erkundigen. F.folgt
Im Umgang mit der Geschichte Coburgs taucht der Name Conrad Rüger auf. Er lebte zur Zeit des 30 jhrg.Krieges und war "Constabler"...ein Mann der Artillerie.. Er verstand sich darauf mit den damaligen Kanonen zu schiessen und alles was dazu gehörte. (in der Veste wird in der Gedeckten Batterie alles sehr gut erklärt) Während der Belagerung der Veste im Sep./ Okt 1632 durch die Truppen Wallensteins, war Rüger auf der Veste und gab dazu einen Bericht. Conrad Rüger erzählt..... Am 24. September begannen die Kayserlichen die Beschiessung, machten Laufgräben am "Fürwitz" und beschossen die "Schindel" und die hohe Bastei mit Granaten, taten aber keinen Schaden wegen fleissiger Hut und Wacht derer in der Festung, welche sie mit nassen Kuh und Ochsenhäuten dämpften. Die in der Festung schliefen auch nicht, spielten( schossen) tapfer unter sie mit Stücken,Doppelhaken, Musketen und Feuerröhren. Am 30. Sept. 12 Uhr nachts kam der Feind an die Futtermauer gegen der neuen Bastei ( Bärenbastei ?) über, in der Meinung solche zu ruinieren, wurde aber von einen Constabler mit 20 Handgranaten also bewillkommt, das es ihnen nicht gefallen, mussten Reisaus nehmen!... Erneute Übergabe -Aufforderungen wurden nicht beachtet, obgleich die Festung vollkommen ungenügend verprofiantiert war, namentlich herrschte Mangel an Brot,Bier und Wasser, da man während der Belagerung aus dem einzigen grossen Brunnen,in welchem doch ein grosser Schafhund gefallen,trinken musste! Den 2. Okt. kommandierte der Herr Obrist ( Taupadel ?), 18 Dragoner und 8 "Ausschüsser" zum Ausfall auf die Feinde und mich,Rüger, mit 2 Falkaunen mit Hagel geladen, auf der Neuen Bastei stehend, auf den Feind Feuer zu geben. Auf dem Blauen Turm waren Jäger kommandiert, auf den Mauern und Blauen Kemnaden (?) Bürger,Dragoner und Musketier mit Doppelhaken, Feuerröhren, und Musketen , um auf die Scheunen und das daran stehende Haus,in welchem sich die Feinde stark aufhielten und wohl versehen hatten,losbrennen. Nachdem gedachte 26 Mann auf der Leiter den Wall hinauf stiegen, ihr Gewehr und Werkzeug parat in Händen und die Scheunen anzustecken begierig waren, gab ich mit meinen 2 Falkaunen Feuer auf das Haus. Nachdem fingen die Doppelhaken auf allen Orten und Enden an zu klingen. Auf dem Blauen Turm wurde ein Musketier durch den Kopf geschossen, namens Claus Rüger, welcher mein Bruder war. Alles Gewehr,auf der blauen Kemnaden, Mauern und Basteien begann gegen den Feind zu klingen... Die 9 Dragoner Standarten wurden auf der Bastei geschwungen und wurden die Dragoner ganz munter und fröhlich und liessen ihr Spiel tapfer klingen. Doch konnte der Brand,weil der Feind so stark widerstand, nicht vollbracht werden,indem er auf die neue Bastei tapfer Feuer gab, das meine Handlanger verwundet und einer durch die Achsel, der andere durch den Arm geschoosen wurde. Obwohl die ausgefallenen Personen sich männlich und redlich im Fechten hielten, wurden sie doch gezwungen, sich gegen die Festung zu retierieren, aus welcher sie mit Stücken salviert und defentiert wurden. Einer von den Ausgefallenen wurde im Heraufmarsch durch den Rücken geschossen und todt in die .Festung gebracht ! Auch brachten sie 2 Gefangene mit,von denen einer,wie sie auf den Wall kamen, ausruss, der andere aber,welcher auch Willens war auszureissen, wurde ohne Leiter in den Graben geschickt, ohne grossen Schaden, nur das ihm 2 Rippen im Leib entzwei gingen.Dieser wurde vor dem Herrn Obrist gebracht und berichtete ihm, das der Feind entschlossen sei, nächstkommenden Donnerstag die Festung heftig zu bestürmen , worüber aber der Herr Obrist sich nicht entsetzte, sondern Anordnung machte, streckige Wehren im Graben zu verfertigen, Abschnitte zu machen und erwartete also nit Verlangen des feindlichen Sturms. F.folgt
Danke! Von der Victoriastrasse aus kommend rechter Hand.Zuerst das alte Gebäude das die Glaserei Fischer aufnahm,ehe die zur Webergasse verzogen und dann das hohe Haus wo der Doc war.
Wer kann helfen...? In der kleinen Judengasse gab es einen praktischen Arzt. In dem Haus,welches beim Beschuss 1945 erhebllch beschädigt wurde. Wie hiess der Arzt ?
Bevor die Bahnstrecke nach Lehesten gebaut war,transportierte man den abgebauten Schiefer mühevoll mit Ochsen und Pferdegespannen zur bereits bestehenden Bahn nach Ludwigstadt.Aufwändige Umladearbeiten waren dadurch erfordelich. Die nur wenige Kilometer lange Normalspurige Strecke nach Lehesten,zweigte von der Hauptbahn München - Berlin südlich von Ludwigstadt ab und überquerte dort auf einem Viadukt die Bundesstrasse 85. Bereits 1951 wurde auf Seite der DDR das Gleis abgebaut,auf Bayerischer Seite erst zu Anfang der 70er Jahre. Im Bereich des Schieferbruch soll eine Schmalspurbahn im Einsatz gewesen sein. Teilweise sind auf der Normalspurigen Strecke Zahnstangen eingebaut worden um den Lokomotiven die extremen Steigungen zu ermöglichen. Es sollen Lokomotiven der Baureihe 97...welche Österreichische Fabrikate waren dort gefahren sein,die zur Reichsbahn Direktion Erfurt gehörten..Diese Maschinen wurden Anfang der 50er Jahre ausgemustert und verschrottet,weil die RBD für diese Loks keine Verwendung hatte.
Der Schieferbruch in Lehesten hatte ja eine traurige Berühmtheit erlangt. Nachdem man Peenemünde angegriffen hatte wurden Arbeiten von dort ausgelagert,so auch in den Schieferbruch nach Lehesten.(Andere "Berühmtheit " Nordhausen "Mittelbau Dora " ) In Lehesten sollen Triebwerke für die V 2 im Probelauf getestet worden sein...Ich war vor Jahren dort und konnte damals mit einer betagten Anwohnerin sprechen. Sie erinnerte sich ,als Kind, an das "heulen" der Triebwerke,wenn die auf den Prüfständen liefen. Das soll man damals Tag und Nacht gehört haben. Über das andere worüber nicht gerne gesprochen wurde,war die Tatsache,das dort KZ Häftlinge arbeiteten....eine Gedenkstätte für diese Menschen ist vorhanden!... Ein Bahnanschluss dorthin ( von Ludwigstadt aus)wurde in den 70er Jahren bis zur Grenze DDR abgebaut.